Madame Bovary

Drama nach dem Roman von Gustave Flaubert

Es war die Skandal-Geschichte des 19. Jahrhunderts: Gustave Flaubert sorgte 1856 mit der Veröffentlichung seiner „Sittenschilderung aus der Provinz“, so der Untertitel des Werkes, für großes Aufsehen in ganz Frankreich und musste sich wegen Verletzung der öffentlichen Moral sogar vor Gericht verantworten. Dabei verspricht sich Flauberts geistiges Kind, die Bauerntochtern Emma, von der Hochzeit mit dem Landarzt Charles Bovary zunächst nur ein Leben in Wohlstand und gesellschaftlicher Anerkennung. Doch bald schon leidet sie unter der Monotonie des Alltags. Emma flüchtet sich in romantische Literatur und träumt davon, ein Leben zu führen wie die Helden aus ihren Romanen. Als sie Rodolphe Boulanger, einen charmanten Verführer und wohlhabenden Gutsherren kennenlernt, scheinen ihre Träume wahr zu werden. Es folgen weitere Affären, doch Emmas Einsamkeit bleibt – und auch der Versuch, diese mit dem Kauf von Luxuswaren zu kompensieren, scheitert. Als sie schließlich ihre Schulden nicht mehr begleichen kann, gerät ihr Leben vollends aus der Bahn.
So skandalös die Geschichte der Madame Bovary gewesen sein mag, so beruht sie doch auf einer wahren Begebenheit: 1848 berichtete das Journal de Rouen über den Suizid der Arztgattin Delphine Delamare. Flaubert griff diesen Bericht auf und schuf ein Meisterwerk der modernen Literatur: Nicht nur der thematische Tabubruch war revolutionär, sondern auch stilistische Neuerungen, die starken Einfluss auf die literarische Moderne ausübten.