DADORTDAHEIM

Was bedeutet Heimat für mich? Kann man sich in der Fremde heimisch fühlen? Und was, wenn die frühere Heimat fremd geworden ist? Diesen und ähnlichen Fragen spürt der Jugend-Club des Stadttheaters unter Leitung von Winfried Steinl in „DADORTDAHEIM“ nach. Die Premiere erntete großes Lob von Presse und Publikum. Wie bereits „Ach Meeensch!“ im Vorjahr, ist auch „DADORTDAHEIM“ eine Szenencollage, der Texte unterschiedlichen Ursprungs zugrunde liegen. Das Thema „Heimat“ stand für Regisseur Winfried Steinl schon bald fest. Er setzte sich mit der Caritas Amberg in Verbindung und sprach eine Einladung an junge Flüchtlinge in und um Amberg aus – mit überwältigendem Anklang: zur ersten Orientierungsprobe kamen über 50 Interessierte.

Die Zusammensetzung der 25 Jugendlichen hat sich so zum letzten Jahr wieder einmal gewandelt, und der Kern, der bereits seit Gründung des Jugendclubs vor 3 Jahren dabei ist, wurde um viele Neuzugänge bereichert, so dass in der recht großen und sehr gemischten Gruppe eine ganz neue Dynamik entstehen konnte.

Die Szenencollage DADORTDAHEIM vereint Elemente verschiedensten Ursprungs, die teils selbst Geschriebenes, teils Erfahrungen der Geflüchteten, aber auch literarische Texte verarbeitet. DADORTDAHEIM wurde zum 10. Treffen bayerischer Theaterjugendclubs nach München eingeladen und gastierte im dortigen Cuvilliéstheater.


ACH MEEENSCH

Nach „Wolf-Gang“ und „Nichts“ wagte sich der Jugendclub in der dritten Spielzeit an eine echte Eigenproduktion. Unter dem Titel „Ach Meeensch!“ kam eine rasante Szenencollage im Stadttheater auf die Bühne.

„Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ – dieses Zitat von Friedrich Schiller kann als Motto dieser Produktion verstanden werden: In ganz unterschiedlichen Szenen, die teilweise aus dem Alltag der jungen Darsteller gegriffen sind, zum Teil auf Texte u.a. von Kästner, Schiller, Kafka, Shakespeare, Schopenhauer, aus dem Grundgesetz und Volksliedern gestützt sind, gingen die 13 jungen Frauen und Männer der Frage nach, wie „hilfreich, edel und gut“ der Mensch denn nun wirklich sei und begleiteten sich dabei teilweise selbst musikalisch.

Das Gute und das Böse im Menschen beleuchteten die jungen DarstellerInnen in abwechslungsreichen Episoden, die nachdenklich stimmten, den Kopf schütteln ließen oder auch mit urkomischer Absurdität zum Lachen brachten. Es ging um Religion und Gewalt, Gemeinschaft und Xenophobie, Schönheit und Kino, Abenteuer und Erotik, Menschenrechte und Assessment u.v.m. 


Nichts - was im Leben wichtig ist.

nach dem Roman von Janne Teller

Janne Tellers Roman setzt sich offen und provokativ mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinander: Am ersten Schultag nach den Sommerferien verkündet Pierre Anthon seine neue Erkenntnis, dass nichts im Leben von Bedeutung sei und es sich daher nicht lohne, irgendetwas zu tun. Er klettert auf einen Pflaumenbaum und tut fortan nichts weiter, als seine Mitschüler mit seinen frustrierenden Aussagen zu provozieren. Die anderen sind sich einig, dass man dagegen etwas tun muss, und so beginnen sie, „Bedeutungen“ zu sammeln, damit Pierre Anthon endlich Ruhe gibt und von seinem Baum herunterkommt: Für einen „Berg der Bedeutung“ muss sich jede(r) Einzelne von etwas trennen, das ihm wichtig ist. Was harmlos beginnt, eskaliert bald – denn je schmerzhafter das Opfer, desto mehr Bedeutung hat es schließlich…


Wolf-Gang

Schauspiel von Tom Lanoye

Tom Lanoye hat mit „Die Wolf-Gang“ eine kleine, sehr komische Versuchsanordnung geschrieben. Es geht um Gemeinschaft und Freundschaft, um Loyalität und Verlässlichkeit und um deren Gegenteil. Die dramaturgische Raffinesse: Jede im Stück auftretende Person hört auf den Namen Wolf. Die „Wolf-Gang“ besteht aus also lauter 'Wölfen', die in absoluter Harmonie ihre gemeinsamen Rituale zelebrieren -  bis der erste zu zweifeln beginnt und plötzlich alles infrage stellt...